Zum Aperitif gesellen sich viele kleine Köstlichkeiten, sogenannte Stuzzichini zum Teilen und Genießen. Je nach Region sieht ein italienischer Aperitivo etwas anders aus. In Norditalien, etwa in Bologna, Mailand oder Turin, ist der Aperitivo besonders ausgeprägt. Dort gehören ein reichhaltiges Buffet an Bruschette, Salaten, Käse, Salumi oder Pasta vielerorts selbstverständlich dazu. Trendige Mailänder nennen das Aperitif-Dinner apericena. In Mittel- und Süditalien fällt die Auswahl etwas weniger üppig aus: Einige Oliven, Taralli, Chips oder Antipasti begleiten das Getränk. Gemeinsam ist allen Regionen die Freude daran, den Tag in guter Gesellschaft ausklingen zu lassen.
Mit ausgewählten italienischen Köstlichkeiten entsteht ohne großen Aufwand auch auf der heimischen Terrasse oder dem Balkon ein Tisch, der von der Vielfalt der italienischen Genusskultur erzählt. Zum Aperitivo werden traditionell Bitter-Getränke wie Spritz oder Negroni serviert. Aber auch ein gut gekühlter Weißwein gehört dazu. Wenn du auf Alkohol verzichten möchtest, empfehlen wir den alkoholfreien Spritz von Kolonne Null mit feinherber Note. Der Aperitivo-Tisch ist reich gedeckt: Gefüllte Kirschpaprika gesellen sich zu Chips mit weißem Trüffel, Grissini mit Taggiasca-Oliven, Südtiroler Hartkäse von Capriz mit Trüffelhonig.
Überraschend ist der sommerlich, herzhafte Panettone mit Tomate, Basilikum und Oregano. Wer etwas mehr anbieten möchte, ergänzt den Tisch um die erstklassigen Sardellenfilets von Testa, entweder direkt aus der Konserve zu frischen Gürkchen oder auf einer Scheibe Tramezzini mit Zitronenbutter.
Ein Aperitivo muss nicht aufwendig sein. Unsere Rezepte zeigen, wie vielseitig und simpel diese italienische Tradition sein kann, von klassischen Spritz-Variationen bis hin zu kreativen Cocktailideen.
Dazu kommen kleine Speisen, die sich gut vorbereiten lassen. Knusprige Bruschette, Friselle mit Stracciatella und Ofentomaten oder vegetarische Tramezzini ergänzen den Aperitif. Aus vielen kleinen Kreationen entsteht ganz unkompliziert ein Abend, den alle gemeinsam genießen.
Der Begriff Aperitivo leitet sich vom lateinischen aperire, „öffnen“ ab und beschreibt das Öffnen des Appetits vor dem Essen. Als Ursprung der heutigen Aperitivo-Kultur gilt Turin, wo sich im 18. Jahrhundert Wermut als Getränk vor dem Abendessen etablierte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich diese Tradition in ganz Italien. Nun mixte man auch Weißwein mit Tonic Water, das im Tonic enthaltene Chinin sollte der Malaria vorbeugen. Weißwein war damals die bessere Lösung, da das Trinkwasser nicht ganz sauber war. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts eroberte dieser Geschmack die Jeunesse dorée Italiens und die internationalen Filmstars in Rom.
In Venetien verdünnten österreichische Soldaten im 19. Jahrhundert den für sie ungewohnt kräftigen Wein mit einem Schuss Wasser. Aus diesem einfachen „Spritzer“ entwickelte sich über viele Jahrzehnte der Spritz. Erst später kamen Sodawasser und Bitterliköre wie Aperol oder Select dazu. Heute gehört der Spritz genauso selbstverständlich zum Aperitivo wie ein paar gute Oliven oder eine Schale Chips auf dem Tisch. Was damals begann, ist bis heute fester Bestandteil der italienischen Genusskultur und eine schöne Einladung, den Feierabend bewusst zu feiern.
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