wet wet wine

... oder die Ernte, die keine war

Foodstory

Unsere Freunde von Vini Campisi erwarteten uns bei Syrakus als Erntehelfer der besonderen Art. Von der Traube bis zur Flasche, so hatten wir uns das vorgestellt. Und dann begann es.

Monsunähnlich prasselte Regen aus dem gewittrigen Himmel. Die Straßen schwammen, wir konnten vielleicht 4 m weit schauen. Als wir trotz allem einen Ausflug in die Altstadt von Noto machten, verließ niemand das Auto.

Gefangen von Regenstürzen, die wie Wasserfälle von der Promenade von Syrakus ins Meer rauschten, war an Weinernte nicht zu denken. Wir zogen uns in eine alte, typisch sizilianische Villa aufs Land zurück und erinnerten uns, dass wir bei gutem Wetter die malerische Altstadt von Syrakus auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht sehen würden. 

Statt der nichtvorhandenen Aussicht wandten wir uns der Küche zu und statt Trauben zu ernten, öffneten wir Weinflaschen. Red Red Wine wurde unser liebster Begleiter zum Essen, zum Reden und zur Musik, die Marcin Öz, Bassist und Bandmitglied von The Whitest Boy alive, aussuchte. Der Jungwinzer genoss seinen Nero d’Avola mit dem Song-Namen und die Küche von Remo Viani. „Eine seriöse Sauce“, meinte er anerkennend zum Tomatensugo mit Salsiccia, Remos Lieblingsgericht. Sein Rotwein schien auf dieses Rezept gewartet zu haben. 

 

Die Kollegen saßen stundenlang einträchtig am Küchentisch, schnippelten Gemüse für Bruschetta und den griechischen Salat ohne Griechen (no Feta). Das Glas Red Red Wine erwies sich als idealer Assistent. Kurz: es war keine Weinernte, aber eine sehr gemütliche und genussvolle Koch- und Weinsession.

Als am Donnerstag die Sonne durchbrach, waren wir satt und es hielt uns nichts mehr. Wir fuhren zu den Weingärten von Campisi bei Pachino.

Glücklicherweise waren die Trauben unversehrt, das Refraktometer, das Messgerät für den Zuckergehalt der Trauben, zeigte aber noch nicht die erwünschten Werte.

Was gegen die Enttäuschung half, war der herrlich frische Fisch, den wir dann am Meer in Marzamemi aßen. Alles war blau, der Himmel, das Meer, die Tischdecken und als die blaue Stunde nahte, saßen wir mit viel sizilianischem Gefühl auf unserer Veranda – ein letztes salute mit Red Red Wine und Blick auf Ortigia, die Altstadt von Syrakus.

 

Wir reisten zurück, die Trauben reiften und die Ernte fand ohne uns statt. Wie, das schildert Teil 2 (die wahre Ernte).

 



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