Trüffelsuche mit Sally

Piemont, Italien

Foodstory

Tuber Magnatum Pico, der weiße Albatrüffel, war unser Objekt der Begierde, als wir Ende Oktober ins Piemont fuhren. Wir wollten die Spannung erleben, mit der jeden Herbst die Trüffelsucher dort die wertvollsten Knollen der Welt suchen.

Der Salami- und Fleischhersteller Andrea von Cascina Stella hatte uns eingeladen, mit ihm und seinem Nachbarn Mario unser Glück zu versuchen. Bei strahlendem Sonnenschein und etwa drei Grad fuhren wir hinein in die wunderschöne Hügellandschaft der Langhe. Nach einer kurzen Fahrt hielten wir an einem holprigen Weg, der zu einem kleinen Waldgebiet führte. Schon bald darauf stieß Mario zusammen mit seinem Trüffelhund Sally zu uns.

Wir wanderten durch die noch vom Morgentau feuchten Wiesen und ließen Sally dabei nicht aus den Augen, denn sie ist die wahre Heldin bei der Trüffelsuche, immer mit der Schnauze dicht am Boden. Sie schnüffelte und lief ohne Unterlass Duftspuren hinterher. Würde sie etwas finden? Mario war immer neben ihr, mit einer Art Spazierstock und gab Anweisungen:  

„Turnandre, Sally!“


bei Fuß, in Piemonteser Dialekt. Normalerweise sind Trüffelsucher unsichtbare Menschen. Sie streifen nachts durch Gebüsch und Wäldchen, um andere Trüffelsucher nicht auf ihre Fundstellen aufmerksam zu machen. Nur für uns machten sie eine Ausnahme an diesem Vormittag. 

Schon nach kurzer Zeit hielt Sally am Fuße eines Baumes. Ohne Laut zu geben, signalisierte sie ihrem Besitzer, dass sie einen Trüffel gefunden hatte. Mario grub behutsam in der Erde und ein schöner weißer Trüffel kam zum Vorschein. Bevorzugt an den Wurzeln von Eichen könne man diese besondere Art von Trüffeln finden. Fasziniert rochen auch wir daran und kraulten den hübschen braun-weißen Hund hinter den Ohren. 

Teamwork bei der Trüffelsuche

Erneut machten wir uns auf die Suche und folgten dem Spürhund. Seit ihren frühen Welpentagen wird Sally darauf trainiert, Trüffel zu finden, denn Trüffelhunde gehen schon mit zwei Jahren in Rente, da ihre Nase dann nicht mehr genügend sensibel ist. Es sind wertvolle Tiere, die gut bewacht und sicher aufgehoben werden. Mario und Sally jedenfalls sind ein gut eingespieltes Team, das sich offensichtlich mag. 

Auch ein zweites Mal wurden wir fündig. Sally war stolz und froh und wir bekamen Appetit. Insgesamt 55 Gramm weißes Gold konnten wir an diesem Tag mit nach Hause nehmen zum Hof der Abbracchios.

In der gemütlichen Küche bereitete uns eine original Piemonteser Köchin ein zweites Frühstück zu und wir hobelten großzügig hauchdünne Trüffelscheiben über Carpaccio, gekochte Salami vom Fassone Rind mit Käsecreme und hausgemachte Ravioli. Zum Dessert gab es die traditionelle Torta di nocciole, die Piemonteser Haselnusstorte, mit einem Glas Moscato dazu. Wir waren eine selige Runde Trüffelsucher.


Ciao

Ci Vediamo


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